Mammographie mit Implantaten: Was Patientinnen wissen müssen

Mammographie mit Implantaten

Viele Frauen mit Brustimplantaten fragen sich, ob die regelmäßige Mammographie-Untersuchung noch möglich und sinnvoll ist. Die Sorge, dass Implantate die Diagnose erschweren oder bei der Untersuchung beschädigt werden könnten, ist verständlich. Krebsvorsorge bleibt jedoch unverzichtbar – auch mit Implantaten. Aber keine Sorge: Moderne Untersuchungstechniken ermöglichen heute zuverlässige Diagnosen, ohne das Implantat zu gefährden.

Mammographie mit Implantaten: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ist eine Mammographie mit Implantaten überhaupt möglich? Ja, Brustimplantate schließen eine Mammographie nicht aus. Es werden lediglich spezielle Aufnahmetechniken benötigt.
  • Ist es wahrscheinlich, dass Implantate bei der Untersuchung beschädigt werden? Nein, moderne Implantate sind sehr robust und halten dem Kompressionsdruck stand. Beschädigungen sind äußerst selten.
  • Wie bereite ich mich auf die Untersuchung vor? Bringen Sie Ihren Implantat-Ausweis mit und informieren Sie das Radiologie-Team bereits bei der Terminvereinbarung über Ihre Implantate.
  • Wann kann ich nach der Brust-OP zur Mammographie? Warten Sie mindestens 6–12 Monate nach Ihrer Brustvergrößerung, damit das Gewebe vollständig verheilt ist.

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Warum Vorsorge wichtig bleibt: Brustkrebs erkennen trotz Silikon

Die regelmäßige Krebsvorsorge bleibt unverzichtbar, auch wenn Sie Brustimplantate tragen. Silikonimplantate ersetzen nicht das gesamte Brustgewebe – das verbleibende natürliche Gewebe muss weiterhin auf verdächtige Veränderungen untersucht werden.

Früherkennung ist für jede Frau wichtig, unabhängig von Implantaten. Die gute Nachricht: Moderne Untersuchungsmethoden ermöglichen eine zuverlässige Diagnostik trotz Implantaten. Informieren Sie frühzeitig Ihre Gynäkologin oder Ihren Gynäkologen über Ihre Implantate, damit ein optimaler Vorsorgeplan erstellt werden kann, der Ihre individuelle Situation berücksichtigt.

Ist eine Mammographie mit Implantaten sicher und zuverlässig?

Aus medizinischer Sicht sind Brustimplantate kein Ausschlussgrund für Mammographien. Die Untersuchung kann grundsätzlich genauso durchgeführt werden wie bei Frauen ohne Implantate.

Für aussagekräftige Bilder sind jedoch spezielle Anpassungen notwendig. Erfahrene Radiologinnen und Radiologen wissen, wie die Untersuchung bei Patientinnen mit Implantaten korrekt durchzuführen ist.

Kann das Implantat bei der Kompression platzen?

Bei der Mammographie wird die Brust zwischen zwei Platten komprimiert. Diese Kompression übt zwar Druck auf das Implantat aus, ein Schaden durch die Mammographie ist aber sehr unwahrscheinlich. Moderne Implantate sind sehr robust konstruiert. Die Silikonhüllen sind widerstandsfähig gegen Druck und können erheblicher Belastung standhalten. 

Wichtig ist nur, das Radiologie-Team vor der Untersuchung zu informieren. So kann die Kompression angepasst werden, um das Risiko weiter zu minimieren.

Wird das Brustgewebe durch das Implantat verdeckt?

Implantate können tatsächlich Teile des Brustgewebes auf konventionellen Mammographie-Aufnahmen verdecken. Geübte Radiologinnen und Radiologen wissen jedoch, wie sie dieses Problem durch spezielle Aufnahmetechniken umgehen können.

Häufig werden Mehrfachaufnahmen aus verschiedenen Winkeln angefertigt, um alle Bereiche des Brustgewebes zu erfassen. Eine wichtige Technik ist das Verdrängen des Implantats während der Aufnahme, um das natürliche Gewebe separat abzubilden.

Die Aussagekraft der Untersuchung hängt maßgeblich von der Expertise der Radiologie-Praxis ab. Spezialisierte Einrichtungen haben umfangreiche Routinen, um Patientinnen mit Implantaten eine erfolgreiche Untersuchung zu garantieren.

Moderne Aufnahmetechniken: So gelingt die präzise Diagnose

Die Standard-Mammographie wurde für Frauen mit Implantaten weiterentwickelt. Spezialisierte Verfahren ermöglichen präzisere Diagnosen als noch vor einigen Jahren.

Diese Techniken kombinieren verschiedene Aufnahmewinkel und Positionierungen, um ein vollständiges Bild zu erhalten. Die Wahl der optimalen Methode hängt von der Implantatart, -größe und -position sowie vom individuellen Brustgewebe ab.

Ihr Radiologe oder Ihre Radiologin wird die für Sie passende Technik auswählen, um auch kleinste Veränderungen erkennen zu können und Brustkrebs trotz Silikon zuverlässig zu diagnostizieren.

Eklund-Technik

Die Eklund-Technik ist ein Spezialverfahren, das gezielt für Frauen mit Brustimplantaten entwickelt wurde. Bei dieser Methode wird das Implantat nach hinten verschoben, um das Brustgewebe separat abzubilden.

Durch diese Verschiebung wird das natürliche Gewebe vom Implantat getrennt und kann besser beurteilt werden. Das verbessert die Sichtbarkeit des Drüsengewebes erheblich und ermöglicht eine präzisere Diagnose.

Die Erfahrung der untersuchenden Person ist bei dieser Technik besonders wichtig. Nur wenn die Manipulation korrekt durchgeführt wird, lässt sich das Brustgewebe optimal darstellen.

Tomosynthese

Die digitale Tomosynthese ist ein modernes 3D-Verfahren, das die Mammographie ergänzt. Dabei werden mehrere Schichtaufnahmen der Brust aus verschiedenen Winkeln erstellt.

Diese Schichtbilder reduzieren Überlagerungseffekte und ermöglichen einen "Blick" durch das Implantat hindurch. So können Veränderungen im Brustgewebe präziser lokalisiert werden.  Die Tomosynthese bietet eine höhere diagnostische Sicherheit und reduziert die Rate an falsch-positiven und falsch-negativen Befunden.

Wie bereite ich mich auf die Mammographie mit Implantaten vor?

  • Bringen Sie unbedingt Ihren Implantat-Ausweis mit, der Informationen zu Art, Größe und Positionierung Ihrer Implantate enthält.
  • Informieren Sie bei der Terminvereinbarung das Praxisteam über Ihre Implantate. So kann ausreichend Zeit für die spezielle Untersuchungstechnik eingeplant werden.
  • Tragen Sie am Untersuchungstag bequeme, leicht zu öffnende Kleidung.
  • Verzichten Sie auf Deodorant, Körperpuder oder Cremes im Brustbereich. Diese können auf den Röntgenbildern als Verkalkungen fehlinterpretiert werden.

Alternativen und Ergänzungen: Ultraschall oder MRT?

Die Mammographie bleibt auch für Frauen mit Implantaten die empfohlene Standardmethode zur Brustkrebsfrüherkennung. Ergänzende Verfahren können jedoch in bestimmten Situationen sinnvoll sein.

UntersuchungsmethodeVorteile bei ImplantatenGrenzenEmpfehlung
Mammographie mit Eklund-TechnikStandardmethode, breite VerfügbarkeitEingeschränkte Sicht bei dichtem GewebeBasisuntersuchung für alle
UltraschallKeine Strahlung, gute Darstellung bei dichtem GewebeWeniger standardisiert, untersucherabhängigSinnvolle Ergänzung zur Mammographie
MRTHöchste Sensitivität, beste Darstellung bei ImplantatenHohe Kosten, geringere VerfügbarkeitBei Hochrisiko-Patientinnen oder unklaren Befunden

Zeitpunkt und Intervalle nach der Brust-OP

Nach einer Brustvergrößerung sollten Sie mindestens 6–12 Monate warten, bevor Sie die erste Mammographie durchführen lassen. Diese Zeitspanne ermöglicht eine vollständige Heilung des Gewebes und eine stabile Positionierung der Implantate.

Die allgemeinen Früherkennungsintervalle gelten auch für Frauen mit Implantaten. Aktuelle Empfehlungen sehen bereits ab dem 40. Lebensjahr regelmäßige Mammographien vor. Ab dem 50. Lebensjahr wird im Rahmen des Mammographie-Screenings eine Untersuchung alle zwei Jahre empfohlen.

Besprechen Sie mit Ihrem Gynäkologen oder Ihrer Gynäkologin einen individuellen Vorsorgeplan, der Ihr persönliches Risikoprofil und die Implantate berücksichtigt. Bei familiärer Vorbelastung können engere Kontrollintervalle sinnvoll sein.

Dr. Martin Kürten - Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Nach einer Brustvergrößerung benötigt das Gewebe ausreichend Zeit zur Regeneration, bevor eine Mammographie sinnvoll und aussagekräftig durchgeführt werden kann. In der Regel empfehlen wir eine Wartezeit von mindestens sechs bis zwölf Monaten, um die Heilung und die korrekte Position der Implantate nicht zu beeinträchtigen.
Dr. Martin Kürten
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Leitender Arzt operative Abteilung

Brust abtasten mit Implantaten: Worauf kommt es an?

Die regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust ist auch mit Implantaten wichtig. Tasten Sie Ihre Brüste einmal monatlich, am besten etwa eine Woche nach Beginn der Regelblutung, systematisch ab.

Bei Implantaten verändert sich die Haptik des Brustgewebes. Nehmen Sie sich deshalb Zeit, um den Unterschied zwischen Implantat und natürlichem Gewebe kennenzulernen. Das Implantat fühlt sich fester und glatter an als das umgebende Brustgewebe.

Die Selbstuntersuchung ergänzt die ärztliche Vorsorge, ersetzt sie aber nicht. Wenn Sie eine der folgenden Veränderungen bemerken, holen Sie sofort ärztlichen Rat ein:

  • neue Verhärtungen
  • Knoten
  • Hautrötungen

Fort Malakoff Klinik: Ihr Berater auch nach der OP

Auch nach Ihrer Brustvergrößerung stehen wir Ihnen beratend zur Seite, zum Beispiel, wenn es um Mammographien mit Implantaten geht. Viele Patientinnen sind unsicher, wie Vorsorgeuntersuchungen mit Implantaten ablaufen. In der Fort Malakoff Klinik informieren wir Sie umfassend, worauf Sie achten sollten, und unterstützen Sie bei der Auswahl geeigneter Fachpraxen für bildgebende Verfahren.

Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin in unserer Fort Malakoff Klinik Mainz oder unserem Fachzentrum Frankfurt. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Nachsorgeplan.

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FAQ

  • Wie schmerzhaft ist die Mammographie mit Implantaten?

    Die Mammographie verursacht ein kurzfristiges Druckgefühl, das bei Implantaten etwas stärker spürbar sein kann. Die Untersuchung dauert jedoch nur wenige Minuten. Besprechen Sie Ihre Bedenken vorab mit dem Radiologie-Team.

  • Warum wird Ultraschall oft zusätzlich empfohlen?

    Ultraschall ergänzt die Mammographie optimal, da er bestimmte Bereiche besser abbildet. Besonders bei dichtem Brustgewebe oder in Narbenarealen liefert er wertvolle zusätzliche Informationen. Er ist jedoch kein Ersatz für die Mammographie, sondern lediglich eine sinnvolle Ergänzung.

  • Kann ein MRT die Mammographie ersetzen?

    Ein MRT ist eine hilfreiche, aber kostenintensive Zusatzmethode. Es wird vor allem bei speziellen Fragestellungen eingesetzt, etwa bei Hochrisiko-Patientinnen oder zur Abklärung unklarer Befunde. Die Mammographie bleibt jedoch die Standardmethode zur Brustkrebsfrüherkennung.

Bildquellen: Bild 1: © Parilov - stock.adobe.com

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Dr. Martin Kürten - Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Dr. Martin Kürten
Leitender Arzt operative Abteilung Fort Malakoff Klinik, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chi
Dr. med. Martin Kürten ist leitender Arzt der operativen Abteilung in der Fort Malakoff in Mainz. Durch seine Ausbildung zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und seine langjährige Operationserfahrung ist er auf seinem Gebiet ein ausgewiesener Experten.
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