Lipödem am Oberschenkel erkennen und behandeln

Lipödem am Oberschenkel

Stellen Sie fest, dass Ihre Oberschenkel trotz Sport und gesunder Ernährung unverhältnismäßig kräftig bleiben – oft verbunden mit Spannungsgefühlen und Druckschmerzen? Es könnte sich um ein Lipödem handeln, eine chronische Fettverteilungsstörung, von der häufig die Arme und Beine betroffen sind. Lesen Sie hier, wie Sie typische Symptome eines Lipödems am Oberschenkel rechtzeitig erkennen und welche Behandlungsmöglichkeiten helfen können.

Lipödem am Oberschenkel: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Was ist ein Lipödem? Eine chronische Fettverteilungsstörung, die meist Beine oder Arme symmetrisch betrifft und mit Schmerzen verbunden ist.
  • Wer ist betroffen? Betroffen sind vor allem Frauen, da die Krankheit genetisch veranlagt ist und durch hormonelle Dispositionen beeinflusst wird.
  • Typische Symptome: Symmetrische Volumenzunahme, Druckschmerzen, Spannungsgefühl und sich schnell bildende blaue Flecken.
  • Unterschied zu anderen Erkrankungen: Im Gegensatz zu Cellulite oder einem Lymphödem verursacht das Lipödem deutliche Schmerzen und betrifft Hände und Füße nicht.
  • Behandlungsmöglichkeiten: Lymphdrainage, Kompression und Bewegung, wenn sich das Lipödem in einem frühen Stadium befindet. Dauerhaft hilft nur eine Liposuktion.

Lipödem am Oberschenkel: Was ist das genau?

Ein Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung, bei der sich das Unterhautfettgewebe in bestimmten Körperregionen unproportional vermehrt. An den folgenden Stellen treten Lipödeme häufig auf:

Lipödeme sind eine genetische Veranlagung, oft in Verbindung mit hormonellen Einflüssen während der Schwangerschaft, den Wechseljahren oder der Pubertät. Eindeutige Merkmale sind – neben optischen Veränderungen – Spannungsgefühle, Schmerzen und eine hohe Berührungsempfindlichkeit.

Abgrenzung zu Cellulite und Adipositas

Optisch hat ein Lipödem manchmal Ähnlichkeit mit Cellulite oder Übergewicht. 

  • Cellulite ist ein rein kosmetisches Problem, mit verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten, um das Bindegewebe zu stärken und den Fettanteil zu reduzieren.
  • Adipositas, oder Fettleibigkeit, tritt verteilt am ganzen Körper auf, während beim Lipödem hauptsächlich Beine oder Arme betroffen sind.  

Von einem Lipödem am Oberschenkel sind Frauen häufiger betroffen: Rund 90 Prozent aller Erkrankten sind Frauen. In Deutschland sind etwa zehn Prozent der erwachsenen weiblichen Bevölkerung mit einem Lipödem diagnostiziert. Grund hierfür ist die hormonelle Disposition, da das weibliche Hormonsystem das Wachstum und die Ausbreitung krankhaft veränderter Fettzellen fördert.

Lipödem vs. Lymphödem am Oberschenkel: Wo liegt der Unterschied?

Ein Lipödem und ein Lymphödem am Oberschenkel werden oftmals verwechselt. Während bei einem Lipödem das Unterhautfettgewebe betroffen ist, handelt es sich bei einem Lymphödem um eine Erkrankung des Lymphsystems

Flüssigkeit staut sich im Gewebe, wodurch meist einseitige Schwellungen auftreten. Typischerweise sind bei einem Lymphödem auch Hände und Füße betroffen. Schmerzen treten selten auf, die Haut kann sich aber auch hier gespannt anfühlen. 

Ein Erkennungsmerkmal für ein Lymphödem ist das Stemmer’sche Zeichen. Sie können versuchen, eine Hautfalte am Fußrücken anzuheben. Wenn das nicht möglich ist – das Stemmer’sche Zeichen also positiv ist – spricht dies für ein Lymphödem. 

Die Unterschiede zwischen Lipödem und Lymphödem im Überblick:

MerkmalLipödemLymphödem
UrsacheFettverteilungsstörung, hormonell und genetisch bedingtFlüssigkeit staut sich im Lymphsystem
Betroffene KörperregionenSymmetrisch an Beinen oder Armen – nie Füße oder HändeHäufig einseitig – oft bis in Füße oder Hände
SchmerzenHäufig: Druck- und BerührungsschmerzMeist keine Schmerzen
SchwellungSymmetrisch, weiches GewebeStraffe, gespannte Haut mit Dellenbildung
Stemmer’sches ZeichenNegativPositiv
HautbildWellig, Orangenhaut, knotigGlatt, prall

Wie erkennen Sie ein Lipödem an den Oberschenkeln?

Die Schwere eines Lipödems lässt sich anhand von 3 Stadien feststellen. Diese beschreiben sichtbare und ertastbare Veränderungen des Unterhautfettgewebes – leichte Ausprägung, mittlere Ausprägung, starke Ausprägung. Es ist wichtig, Symptome und erste Anzeichen rechtzeitig zu erkennen, um das Lipödem bestmöglich zu behandeln.  

Typische Symptome am Oberschenkel

Typisch für ein Oberschenkel-Lipödem ist zunächst eine symmetrische Volumenzunahme. Hinzu kommen Druckempfindlichkeit, ziehende oder brennende Schmerzen sowie ein dauerhaftes Spannungs- und Kältegefühl. Viele Betroffene bemerken zudem eine erhöhte Neigung zu blauen Flecken. Sport und gesündere Ernährung zeigen keine Wirkung auf das Fettgewebe. 

Erste optische Anzeichen und Krankheitsverlauf

Die ersten sichtbaren Hinweise werden oft mit normaler Gewichtszunahme verwechselt, besonders in den frühen Stadien. Typisch ist ein Reiterhosen-Effekt – eine sichtbare Volumenzunahme an der Außen- und Innenseite der Oberschenkel – sowie eine zunehmende Unproportionalität zwischen Ober- und Unterkörper. Im Verlauf können sich ausgeprägte, unregelmäßige Fettansammlungen bilden, die das typische Erscheinungsbild eines fortgeschrittenen Lipödems prägen.

Schmerzen durch Oberschenkel-Lipödeme

Typisch sind brennende, ziehende oder drückende Schmerzen an den Oberschenkeln, die sich vor allem unter Druck oder bei längerem Sitzen verstärken. Die Beschwerden sind oft tageszeitabhängig und können im Tagesverlauf zunehmen. Kurzfristige Linderung verschaffen kühlende Maßnahmen, Hochlagern der Beine sowie gezielte Bewegung. Auf längere Sicht empfiehlt sich eine Behandlung in Absprache mit Ihrem Arzt. 

Selbsttest – Haben Sie ein Oberschenkel-Lipödem?

  • Wirken Ihre Oberschenkel auf Fotos oder im Spiegel im Vergleich zum Rest Ihres Körpers auffällig voluminöser?
  • Empfinden Sie bei leichtem Druck oder Berührungen Schmerzen in den Oberschenkeln?
  • Fühlen sich Ihre Beine beim Gehen ungewöhnlich schwer an?
  • Bilden sich schnell blaue Flecken an Ihren Oberschenkeln?
  • Hat sich das Volumen Ihrer Oberschenkel trotz Sport und gesunder Ernährung nicht verändert?
  • Gab es in letzter Zeit Grund für eine hormonelle Veränderung?

Beantworten Sie diese Fragen übergehend mit “Ja”? Dann liegt womöglich ein Lipödem am Oberschenkel vor. Dieser Selbsttest ersetzt keine ärztliche Lipödem-Diagnose, kann aber ein erster Schritt zur Einschätzung sein. Zu einer Diagnose beraten wir Sie gerne in unserem Fachzentrum in Frankfurt und der Fort Malakoff Klinik Mainz.

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In der Fort Malakoff Klinik sind Sie in besten Händen: Wir bieten eine professionelle Beratung durch unser erfahrenes Ärzteteam sowie eine individuell auf Sie zugeschnittene Behandlung.

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Was hilft gegen ein Lipödem am Oberschenkel?

Wurde ein Lipödem bei Ihnen erkannt und auch von einem Arzt diagnostiziert, sollten Sie zeitnah mit der Behandlung beginnen. Es gibt mehrere Optionen, ein Lipödem am Oberschenkel zu behandeln – oft können auch unterschiedliche Möglichkeiten in Kombination angewendet werden.

Konservativer Therapieansatz

Während der konservativen Therapie ist die sogenannte Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) die Standardmethode bei einem Oberschenkel-Lipödem im frühen Stadium. Sie kombiniert verschiedene Maßnahmen:

  • Manuelle Lymphdrainage: Durch spezielle Massagetechniken wird der Lymphfluss verbessert. So können Schwellungen reduziert und Druckgefühle im Oberschenkel gelindert werden.
  • Kompressionsstrümpfe: Sie üben gleichmäßigen Druck auf das Gewebe aus und verhindern, dass sich erneut Flüssigkeit staut.
  • Bewegung und Ernährung: Moderate Bewegung wie Schwimmen oder Radfahren sowie eine ausgewogene Ernährung unterstützen die Therapie und verbessern das Körpergefühl. Eine gesunde Ernährung kann ein Lipödem zwar nicht heilen, beeinflusst aber die Symptome und somit eine Behandlung positiv wie negativ.

Operative Therapie

Während eine konservative Behandlung die Symptome zwar lindert, entfernt sie nicht die Ursache – das krankhaft vermehrte Fettgewebe. Hier kann nur eine Liposuktion das Lipödem am Oberschenkel deutlich und dauerhaft verbessern.

Im Rahmen des Eingriffs werden die veränderten Fettzellen entfernt, wodurch der chronisch erhöhte Druck im Gewebe spürbar reduziert wird. Viele betroffene Frauen berichten nach der OP von einem völlig neuen Körpergefühl, weniger Schmerzen und einer höheren Lebensqualität.

Die Ziele der Lipödem-OP sind:

  • die nachhaltige Reduktion des Volumens,
  • die Verbesserung der Körperproportionen und
  • der Rückgang von Schmerzen, Druck und Bewegungseinschränkungen.
Dr. Martin Kürten - Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Die Liposuktion ist nicht nur ein ästhetischer Eingriff – sie ist ein entscheidender therapeutischer Schritt bei Lipödemen. Durch die gezielte Entfernung der krankhaft veränderten Fettzellen lassen sich Schmerzen, Spannungsgefühle und Druckbeschwerden deutlich mindern. Viele Patientinnen erleben nach der Operation spürbare Erleichterung und gewinnen ein Stück Lebensqualität zurück.
Dr. Martin Kürten
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Fort Malakoff Klinik: Ihr Partner zur Behandlung Ihres Oberschenkel-Lipödems

Ein Lipödem an den Oberschenkeln kann schmerzhaft und belastend sein – muss aber nicht hingenommen werden. Unsere Spezialisten in unserem Beratungszentrum in Frankfurt am Main und der Fort Malakoff Klinik Mainz stehen Ihnen gerne bei Fragen zur Seite und begleiten Sie auf Ihrem Weg zu mehr Wohlbefinden. Kontaktieren Sie uns und vereinbaren Sie jetzt Ihren unverbindlichen Beratungstermin.

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FAQ

  • Welche Behandlung hilft bei einem Oberschenkel-Lipödem?

    Je nach Stadium kommen konservative Maßnahmen wie Lymphdrainagen, Kompressionsstrümpfe, Bewegung und Ernährung zum Einsatz. Bei fortgeschrittenem Lipödem gilt die Liposuktion (Fettabsaugung) als einzige nachhaltige Therapie, um die veränderten Fettzellen zu entfernen und Beschwerden dauerhaft zu lindern.

  • Hilft eine Oberschenkel–Liposuktion dauerhaft gegen ein Lipödem?

    Ja. Die Liposuktion kann die krankhaften Fettzellen gezielt entfernen und somit das Fortschreiten des Lipödems bremsen. Viele Patientinnen berichten nach der OP von einem spürbaren Rückgang der Schmerzen und einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität. Der Eingriff sollte jedoch von erfahrenen Fachärzten durchgeführt werden, die sich auf Lipödeme spezialisiert haben.

  • Kann ein Lipödem an den Oberschenkeln wiederkommen?

    Die entfernten Fettzellen bilden sich nicht neu. Allerdings kann es bei hormonellen Veränderungen erneut zu Lipödem-Schüben kommen – vor allem, wenn nicht alle betroffenen Regionen behandelt wurden. Eine regelmäßige Nachsorge und ein gesunder Lebensstil tragen dazu bei, das Ergebnis langfristig zu erhalten.

  • Warum sind vor allem Frauen vom Oberschenkel-Lipödem betroffen?

    Das Lipödem ist stark hormonell beeinflusst und betrifft deshalb fast ausschließlich Frauen. Es tritt häufig in Phasen hormoneller Veränderungen auf – wie in der Pubertät, nach Schwangerschaften oder während der Wechseljahre. Eine genetische Veranlagung spielt ebenfalls eine zentrale Rolle.

  • Wie viel kostet eine Lipödem–OP?

    Die Kosten für die operative Entfernung eines Oberschenkel-Lipödems hängen vom Stadium sowie der Größe der Fetteinlagerungen ab. Daher werden die Kosten individuell nach Befund festgelegt. Da es sich nicht um eine rein kosmetische Behandlung handelt, besteht die Möglichkeit, dass Kosten von der Krankenkasse übernommen werden.

Bildquellen: Bild 1: © Shi - stock.adobe.com; Bild 2: © kei907 - stock.adobe.com

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Dr. Martin Kürten - Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Dr. Martin Kürten
Leitender Arzt operative Abteilung Fort Malakoff Klinik, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chi
Dr. med. Martin Kürten ist leitender Arzt der operativen Abteilung in der Fort Malakoff in Mainz. Durch seine Ausbildung zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und seine langjährige Operationserfahrung ist er auf seinem Gebiet ein ausgewiesener Experten.
Dr. Martin Kürten
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