Morbus Dupuytren

Wenn die Finger sich nicht mehr strecken lassen - Therapie mit Nadelaponeurotomie und Autologem Fett-Transfer (AFT)

Was ist ein Morbus Dupuytren?

Der Morbus Dupuytren, auch Dupuytren´sche Kontraktur oder Palmarfibromatose genannt, ist eine Erkrankung des Hohlhand-Bindegewebes. Innerhalb der Sehnenplatte (Palmaraponeurose) der Hohlhand kommt es zu einer derben, knotigen Strangbildung, die bis in die Finger ziehen kann.
Hierdurch lassen sich einzelne Finger oder mehrere Finger nicht mehr strecken.

Die Ursache der seit 170 Jahren bekannten Erkrankung ist unklar. Es besteht jedoch eine genetische Komponente mit familiärer Häufung der Erkrankung und 6-fach häufigerem Auftreten bei Männern als bei Frauen. Diskutiert wird ein Zusammenhang mit chronischen Lebererkrankungen, Vergiftungen, Alkoholabusus, chronischen Verletzungen und Infektionen.

Die Behandlung des Morbus Dupuytren

Die "normale, alte" OP-Methode:

Eine Behandlungsbedarf entsteht bei fortgeschrittenem Morbus Dupuytren, wenn Hand und Finger nicht mehr flach auf eine Ebene aufgelegt werden können und im Alltag Behinderungen durch die eingeschränkte Streckung betroffener Finger, z.B. beim Handschuhe-Anziehen, bestehen.

Die Standardtherapie ist die offene chirurgische Entfernung der derben Stränge in Hohlhand und Fingern. Hierzu werden über unterschiedliche Schnittführungen in der Handinnenfläche die derben Bindegewebsstränge unter der Haut freipräpariert, sorgfältig von Nerven, Blutgefäßen und Sehnen getrennt und soweit möglich entfernt.
Die Abheilung der Wunde dauert 2-3 Wochen bei komplikationslosem Verlauf. Meist wird für die erste Woche nach der Operation eine Gipsschiene angelegt. Wundheilungsstörungen, Infektionen, Verletzung von Blutgefäßen und Nerven sind mögliche Komplikationen. Trotz sorgfältiger chirurgischer Technik tritt in bis zu 50% der Fälle im Verlauf erneut ein Morbus Dupuytren auf.

Das neue, moderne Verfahren der Nadel-Aponeurotomie und des Autologem Fett- Transfer (AFT):

In den letzten Jahren ist mit der Entwicklung des Autologen Fett-Transfers auch der Einsatz dieser neuen Technik zur Therapie des Morbus Dupuytren untersucht worden.
Hierbei wird mit einer dünnen Nadel der Dupuytren´sche Strang durch die Haut vielfach perforiert, bis der Strang gelöst und der betroffene Finger wieder gestreckt ist. Anschließend wird das zuvor per „Mini-Absaugung“ z.B. am Bauch gewonnene Fettgewebe (ca. 5-10 ml) mit einer dünnen, stumpfen Kanüle unter die Haut um den Bereich des ehemaligen Bindegewebestranges in der Hohlhand infiltriert.

Diese Operationstechnik ist „geschlossen“, d.h., die Haut wird nicht geschnitten und es entstehen daher keine Narben.

Für die ersten Tage nach der Operation wird eine Gipsschiene angelegt. Komplikationen können auch hier in Form von Wundheilungsstörung, Infektionen, Verletzung von Blutgefäßen und Nerven auftreten.
Ein Wiederauftreten des Morbus Dupuytren nach dem genannten Eingriff ist bisher nicht beschrieben worden.
Man geht davon aus, dass es durch das regenerative Potential der im Lipoaspirat enthaltenen Vorläuferzellen zu einer Regeneration von gesundem Bindegewebe im ehemaligen Strangbereich der Palmaraponeurose kommt. Es liegen jedoch noch keine Langzeitergebnisse dieser neueren Technik vor.

Unsere Spezialistin

Spezialistin in der Schönheitsklinik Fort Malakoff

Dr. Wiltrud Meyer
Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie