Die Kapselfibrose

Wenn es die Kapselfibrose nicht gäbe, wäre die Brustvergrößerung mit Implantaten alternativlos zur Vergrößerung der Brust mit anderen Techniken. Was ist eigentlich die Kapselfibrose und wie macht sie sich bemerkbar?

Durch das Einbringen von Fremdkörpern (hier Brustimplantate) unter die Haut bildet der Körper eine Schutzhülle um die Brustimplantate und „kapselt“ sie so ab. Diese Kapsel, die durch die sog. Fibroblasten produziert wird, müssen Sie sich als dünne Haut (wie ein dünner Luftballon) vorstellen.
Warum es nun zu einer Kapselfibrose bei einer Brustvergrößerung kommt, ist noch nicht genau geklärt. Man nimmt an, dass es durch Reize, z.B. eine bakterielle Besiedlung, zur Ausbildung einer dickeren und somit stabileren Bindegewebsschicht kommt.

Die Einteilung der Kapselfibrose erfolgt nach Baker

Stadium 1(Normalzustand): Zarte, weiche aus Bindegewebe bestehende Hülle um das Implantat. Die Brust fühlt sich weich und natürlich nach der Brustvergrößerung an.
Stadium 2 (Normalzustand): Die sog. Kapsel wird ein wenig dicker und fester, wobei sich die Brust weiterhin sehr natürlich und weich anfühlt.
Stadium 3: Die Brust fühlt sich deutlich fester an. Durch die Verdickung der Kapsel, die auch im Ultraschall sichtbar ist, kommt es meist zu einer strafferen Brust und somit zu einer Brustasymmetrie. Ggf. können Schmerzen auftreten.
Stadium 4: Die Brust fühlt sich sehr hart, ist deformiert und in den meisten Fällen schmerzhaft. Im Ultraschall sieht man eine eindeutige Verdickung der Kapsel.

Bei der vierten und schwersten Form der Kapselfibrose kann das Bindegewebe so weit schrumpfen, dass die Brustimplantate gequetscht werden und die Form einer Kugel annehmen. Es besteht die Gefahr, dass durch die Kapselfibrose die Brustimplantate platzen. In diesem Fall spricht man von dem sog. „Tennisballphänomen“.
Brustimplantate bei einer Kapselfibrose sollten ab dem Stadium III nach Baker ausgetauscht werden.

Zur Vermeidung eines Rezidives (erneutes Auftreten) der Kapselfibrose werden Eigenfett oder neuartigere Implantatarten verwendet, die durch ihre Oberflächenstruktur weniger Fremdkörpersignale an den Körper senden.
Durch eine Implantatverlagerung unter den Brustmuskel und kleinere Brustimplantate ist eine bessere Bedeckung der Brustimplantate gewährleistet.
Das erneute Auftreten einer Kapselfibrose kann eventuell durch diese Maßnahmen vermieden werden. Leichtere Formen der Kapselfibrose können ggf. durch eine Kapsulotomie behoben werden. Durch einen kleinen Hautschnitt wird hier die Kapsel mit einem speziellen Instrumentarium „minimal invasiv“ eingeschnitten. Das Brustimplantat erhält wieder mehr Platz und zeigt wieder eine natürlichere Form.
Die Rezidivrate der Kapselfibrose bei einer Kapsulotomie ist leider sehr hoch. Bei einer stärker ausgeprägten Kapselfibrose helfen nur die Entfernung der Kapselfibrose sowie ein Austausch der Brustimplantate. Wenn eine erneute Kapselfibrose trotz Austauschs der Brustimplantate auftritt, sollte man sich Gedanken über die Entfernung der Brustimplantate machen. Ein Ersatz ist ggf. durch einen Brustaufbau mit Eigenfett möglich.
Falls nicht genug Fett zur Verfügung steht, ist nach der Implantatentnahme eine Straffung des restlichen Brustgewebes erforderlich.
Eine Garantie, dass keine erneute Kapselfibrose auftritt, kann und wird Ihnen kein seriöser Operateur geben.
Nur ohne Brustimplantate sind Sie vor einer Kapselfibrose sicher.


Vorbeugende Maßnahmen zur Kapselfibrose

Folgende Maßnahmen werden von den verschiedenen Fachgesellschaften zur Vorbeugung einer Kapselfibrose empfohlen:

1. Keine Billigimplantate
2. Schonende, blutarme Op-Verfahren
3. Nipple Cap (Nippelabdeckung in der OP)
4. Antibiotika während und nach der OP
5. Frühe Antibiotikagabe bei Infekten

Unsere Spezialisten

Dr. Kürten, spezialisiert auf Brustvergrößerung

Dr. med. Martin Kürten
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
>> Interview mit Dr. Kürten zu Brustvergrößerungen

Dr. med. Wiltrud Meyer, spezialisiert auf Brustvergrößerungen mit Implantaten und Eigenfett

Dr. med. Wiltrud Meyer
Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie